Was kostet es, die Küchenfronten auszutauschen? Preisguide für 2026

Sind die Schrankkorpusse in deiner Küche gerade, trocken und fest an der Wand, kannst du dem ganzen Raum ein neues Gesicht geben, ohne einen einzigen Schrank auszubauen. Ein klassischer Frontenwechsel mit neuen Fronten, neuer Arbeitsplatte und neuen Griffen kostet 2026 typisch 2.000 bis 8.000 Euro. Lässt du die vorhandenen Fronten stattdessen nur neu lackieren, startet das Projekt je nach Küchengröße schon bei rund 1.000 Euro. Das ist eine ganz andere Liga als eine neue Küche im gleichen Grundriss, die schnell 7.000 bis 16.000 Euro kostet und bei der die komplette Einrichtung rausfliegt. Hier siehst du die zwei Wege zu neuen Fronten, was sie wirklich kosten und wie du dich entscheidest.
Zwei Wege zu neuen Fronten
Es gibt zwei grundverschiedene Möglichkeiten, die Fronten zu erneuern, und sie kosten sehr unterschiedlich viel.
Lackieren lassen heißt: Du behältst deine vorhandenen Fronten, und ein Fachbetrieb spritzlackiert sie in einer neuen Wunschfarbe. Das ist oft der günstigste professionelle Weg, weil du kein neues Material bezahlst, sondern nur die Arbeit, die alten Fronten wieder wie neu aussehen zu lassen. Gut funktioniert das bei Fronten aus MDF, Massivholz oder mit Furnier, mit der richtigen Grundierung auch bei vielen Dekoroberflächen. Noch billiger ist das Bekleben mit Folie, an die Haltbarkeit einer Lackierung kommt Folie aber meist nicht heran.
Neue Fronten heißt: Die alten Fronten werden komplett ersetzt, entweder durch fertige Austauschfronten in Standardmaßen oder durch Maßanfertigungen für deine Schränke. Damit kannst du Farbe, Material und Stil in einem Zug wechseln, zum Beispiel von glänzend weiß zu matter Eiche. Dafür zahlst du mehr, weil neben der Montage auch neues Material fällig wird.
Beide Wege setzen voraus, dass die Korpusse, also die Schrankkörper selbst, gerade und in gutem Zustand sind. Müssen auch die Schränke raus, findest du alle Zahlen in unserem Preisguide für die neue Küche.

Drei Preisstufen für den Frontenwechsel
| Preisstufe | Was du bekommst | Typischer Preis |
|---|---|---|
| Fronten lackieren lassen | Vorhandene Fronten spritzlackiert in neuer Farbe | 1.000-4.000 € |
| Neue Fronten, kleinere Küche | Neue Fronten und Griffe, Arbeitsplatte bleibt | 1.500-4.000 € |
| Kompletter Frontenwechsel | Neue Fronten, neue Arbeitsplatte, neue Griffe, montiert | 2.000-8.000 € |
Beim Lackieren entscheidet vor allem die Küchenform: Eine einzelne Küchenzeile liegt meist bei 1.000 bis 2.000 Euro, eine L-Küche bei 2.000 bis 4.000 Euro, und große U-Küchen können bis 6.000 Euro kosten. Dafür bekommst du eine neue Farbe und Oberfläche, aber keine neue Form. Neue Fronten machen einen echten Stilwechsel möglich, und beim kompletten Frontenwechsel bestimmt vor allem die Arbeitsplatte, ob du am unteren oder oberen Ende der Spanne landest.
Wohin fließt das Geld?
- Fronten lackieren lassen: 1.000-4.000 €. Fachbetriebe rechnen häufig pro Quadratmeter Frontfläche, etwa 230 Euro für Dekor- und Furnierfronten und bis 385 Euro für Massivholz. Ein einfacher Malerauftrag ist schon ab 25 bis 40 Euro pro Front zu haben, hält aber nur mit sauberer Vorarbeit und kommt an die Qualität einer Spritzlackierung selten heran.
- Neue Fronten, Material: 500-2.000 € für eine kleinere Küche mit rund 4 Quadratmetern Frontfläche. Einfaches weißes Dekor kostet etwa 500 Euro, Hochglanz rund 800 Euro, Echtholzfurnier etwa 1.000 Euro und Massivholz 1.600 bis 2.000 Euro. Fertige Austauschfronten gibt es für 20 bis 80 Euro pro Tür, Maßanfertigungen ab 90 bis 130 Euro pro Quadratmeter.
- Neue Arbeitsplatte: 300-4.000 €. Laminat ist am günstigsten und völlig in Ordnung, Naturstein und Quarzkomposit liegen bei 150 bis 500 Euro pro laufendem Meter. Du musst die Platte nicht mitwechseln, optisch gehören Fronten und Platte aber zusammen. Willst du nur die Arbeitsplatte tauschen, ohne die Fronten anzurühren, findest du alle Materialpreise in unserem eigenen Preisguide für die Arbeitsplatte.
- Griffe: 50-300 €, für eine durchschnittliche Küche eher Richtung 250 bis 300 €. Eine kleine Investition mit großer Wirkung. Achte auf den Lochabstand der alten Bohrungen, sonst musst du nachbohren und spachteln.
- Montage: 400-900 €. Fachbetriebe nehmen etwa 100 bis 150 Euro pro laufendem Meter Küche. Mit Geduld und Akkuschrauber ist die Montage neuer Fronten auch selbst machbar, solange die Scharnierbohrungen passen.
Plane einen Puffer von rund 10 Prozent ein, und miss die alten Fronten millimetergenau aus, bevor du bestellst. Schon wenige Millimeter Abweichung können bedeuten, dass eine Front nicht passt. Wie günstig das Ganze werden kann, zeigt ein Rechenbeispiel: Für eine kleine Küche mit einfachen Dekorfronten, neuen Griffen und einer schlichten Arbeitsplatte in Eigenmontage sind rund 1.300 Euro realistisch. Wie aus so einem überschaubaren Projekt trotzdem ein teurer Fehltritt wird, zeigen dir 7 Gründe, warum das Renovierungsbudget überschritten wird.

So wählst du den richtigen Weg
- Prüf zuerst die Korpusse. Sind sie gerade, trocken und fest an der Wand verschraubt, ist der Frontenwechsel dein Projekt. Sind sie verzogen, aufgequollen oder locker, lohnt sich eher eine neue Küche.
- Lass lackieren, wenn dir die Form gefällt, nur die Farbe nicht. Das ist der günstigste professionelle Weg zu einem neuen Look, besonders bei glatten, schlichten Fronten.
- Wähl neue Fronten, wenn du einen anderen Stil willst. Von profiliert zu glatt oder von Kunststoffdekor zu Echtholz geht nur mit neuen Fronten.
- Tausch die Griffe in jedem Fall. Das ist die günstigste Einzelmaßnahme in der ganzen Küche, und sie verstärkt die Wirkung von allem anderen.
- Hol mindestens drei Angebote ein, vom Lackierbetrieb und vom Frontenhersteller. Die Preise streuen hier stärker als bei fast jedem anderen Küchenprojekt. Denk auch an den Steuerbonus: Für Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt bekommst du 20 Prozent der Arbeitskosten zurück, bis zu 1.200 Euro pro Jahr, wenn die Rechnung den Lohnanteil getrennt ausweist und du per Überweisung zahlst.
- Plane die Arbeitsplatte gleich mit, wenn das Budget reicht. Ein späterer Plattentausch heißt zweimal Baustelle in der Küche und oft doppelte Anfahrts- und Montagekosten.

Das solltest du vor der Bestellung prüfen
Öffne ein paar Schranktüren und Schubladen und schau nach Feuchtigkeit, lockeren Scharnieren und verzogenen Korpussen. Miss Breite und Höhe jeder einzelnen Front exakt aus, denn Lackierbetrieb und Frontenhersteller brauchen beide präzise Maße. Notiere auch die Positionen der Scharnierbohrungen, damit neue Fronten ohne Nachbohren passen. Ist die Küche älter als 15 bis 20 Jahre, prüf zusätzlich die Rückwände und Bodenplatten der Schränke, vor allem unter der Spüle. Aufgequollene Platten sind ein Zeichen, dass ein reiner Frontenwechsel zu kurz greift.
Häufig gestellte Fragen
Kann man alle Küchenfronten lackieren lassen?
Fronten aus MDF, Massivholz und mit Furnier lassen sich sehr gut lackieren. Auch viele Kunststoff- und Dekoroberflächen sind im Spritzverfahren mit spezieller Grundierung machbar. Kritisch wird es bei beschädigten oder aufgequollenen Fronten. Lass deine Fronten vorab vom Fachbetrieb einschätzen, seriöse Anbieter sagen dir ehrlich, ob sich das Lackieren lohnt.
Sehen lackierte Fronten aus wie neu?
Eine gut gemachte Spritzlackierung ist von einer fabrikneuen Oberfläche kaum zu unterscheiden, mit gleichmäßigem Glanz und ohne Pinselspuren. Die Qualität hängt an der Vorarbeit, also am Schleifen und Grundieren. Wähl deshalb einen Betrieb mit Erfahrung speziell mit Küchenfronten, einige geben mehrere Jahre Garantie auf die Lackierung.
Wie lange dauert der Frontenwechsel?
Beim Lackieren sind die Fronten je nach Betrieb meist ein bis drei Wochen unterwegs, denn sie werden abgebaut, in mehreren Schichten lackiert und wieder montiert. Deine Küche bleibt in der Zeit benutzbar, nur eben ohne Türen. Neue Fronten sind nach der Lieferung in ein bis zwei Tagen montiert, die Lieferzeit ab Bestellung liegt aber oft bei zwei bis sechs Wochen.
Steigert ein Frontenwechsel den Wert der Immobilie?
Ein Frontenwechsel ist vor allem eine Investition in dein eigenes Wohngefühl, kein großer Wertsprung wie eine komplett neue Küche. Dafür ist er pro sichtbarem Effekt deutlich günstiger, und bei einer Besichtigung wirkt eine frische Küche besser als eine sichtbar in die Jahre gekommene.
Kann ich erst lackieren lassen und später komplett wechseln?
Ja. Lackieren ist eine gute Zwischenlösung, die die Lebensdauer deiner Küche verlängert, ohne dich festzulegen. Willst du später eine ganz andere Front, kannst du immer noch auf neue Fronten umsteigen, sobald das Budget passt.
Behalte den Überblick über dein Projekt
Auch ein Frontenwechsel bedeutet Angebote, Aufmaße und Liefertermine, die du im Blick behalten musst. In Pilt sammelst du das Budget, die Aufgaben und die Vorher-nachher-Fotos an einem Ort. Du kannst auch ein Foto deiner Küche hochladen und per KI sehen, wie neue Fronten und Farben wirken, bevor du irgendetwas bestellst.